Was ist die Bracas ?


Die Arbeitsgemeinschaft Bracas setzte sich im Sommer des Jahres 2001 aus verschiedenen Einzelpersonen zusammen, die, alle aus verschiedenen historischen Gruppen stammend, ein gemeinsames Ziel verfolgen :
die Darstellung der Kultur und Lebensweise der vorrömischen Bevölkerung in der eigenen Region, besonders im Hunsrück- und Eifelraum.

Unsere Gruppe besteht aus Frauen und Männern aus verschiedenen Berufen sowie Kindern und Jugendlichen die versuchen, die eisenzeitlichen Kultur und Lebensweise so historisch korrekt wie möglich darzustellen. Überlieferungen antiker Geschichtsschreiber als auch archäologisches Anschauungsmaterial bilden das Fundament unserer Arbeit. Ihr folgt die Umsetzung der Theorie in die Praxis, das heißt : Herstellung der Bekleidung und Ausrüstung, ein gewisses Maß an experimenteller Archäologie und nicht zuletzt Zusammenarbeit mit Museen und Wissenschaftlern, um das Leben der eisenzeitlichen Bevölkerung in unserer Region zu veranschaulichen.

In unseren Lagern erhält man Einblicke in das Alltagsleben der damaligen Bevölkerung z. B. bei der Speisenzubereitung und dem Kochen über offenem Feuer, der Wollverarbeitung und Brettchenweberei, der Herstellung von Trachtenbestandteilen und geschmiedetem Hausrat, aber auch beim Brennen selbstgefertigter Keramik im offenen Feldbrand.

Unsere Themen sind das Handwerk und Handel von Alltagsgütern da diese, im Vergleich zur heute stets überrepräsentierten sog. "Fürstenschicht" mit ihren Luxusgütern, bei den darstellenden Gruppen leider immer noch einen viel zu geringen Stellenwert einnehmen, obwohl sie der Mehrheit der eisenzeitlichen Bevölkerung entsprachen. Wir setzen uns ein für eine "Entzerrung" des zur Zeit bestehenden Geschichtsbildes besonders im Bereich der Kelten und ihrer Kultur, denen leider so ziemlich alles, was heutiges Wunschdenken und Sehnsüchte hervorbringen, zugeschrieben wird. Dies alles schließt ein Keltenbild, dass häufig mit esoterischen Vorstellungen verbunden wird, gänzlich aus.

Öffentlichkeitsarbeit ist uns wichtig, denn nur so können wir einem geschichtsinteressiertem Publikum die Türe "...für einen Blick in die Vergangenheit" öffnen - neue Fragen bedeuten für uns neue Aufgaben.


Darüberhinaus bieten Bracas jedem Interessiertem ein umfangreiches Aktionsprogramm an wie zum Beispiel :

und vieles mehr...



Wer sind die Bracas ?


Christian Schlenger, Hafgan der Treverer, 32 Jahre

Er ist ebenfalls Handwerker bei den Bracas. Neben dem Schmieden eisenzeitlicher Gerätschaften wie Lanzenspitzen, Messern und Fleischhaken arbeitet er gemeinsam mit Sionnach am Bau eines gallischen Streitwagens. Im Lager demonstriert er gerne seine Geschicklichkeit im Umgang mit Speer und Axt. Ebenfalls spektakulär ist seine Treffsicherheit mit der Steinschleuder. Gemeinsam mit seiner Frau Gudny betreibt er einen Verkaufsstand, an dem u.a. viele der selbstgefertigten Gegenstände angeboten werden.

Patricia Schlenger, Gudny, 37 Jahre

Sie ist sozusg. die ,,Außendienstmitarbeiterin” der Bracas , organisiert die Treffen und Lager und ist die Ansprechpartnerin bei Veranstaltern. Im Lager führt sie die unterschiedlichen , häuslichen Tätigkeiten vor wie das Filzen von Wolle, das Spinnen mit der Handspindel , Brettchenweben oder auch das Backen von Fladenbroten über dem offenem Feuer. An ihrem Heimatort Nettersheim in der Eifel organisiert sie zudem auch die unterschiedlichen Workshops zur Keramikherstellung, Wollverarbeitung oder Gewandungsherstellung.

Wolfgang Schröder, Meadhannach, 28 Jahre

Erstellte die Seiten von Bracas im Internet und ist der EDV-Kenner der Arbeitsgemeinschaft. Im Lager führt er unterschiedliches Handwerk vor und erklärt den Umgang mit dem Wurfspeer. Er ist als Saarländer das bisher südlichste Mitglied der Bracas, ihn kann aber kein noch so langer Anfahrtsweg von einem Handwerkswochenende mit den übrigen Gruppenmitgliedern abhalten.

Ulli Lommel, Sionnach, 49 Jahre

Er ist Handwerker bei den Bracas und schmiedet eisenzeitliche Trachtenbestandteile wie Schwertketten, Halsringe (Torques) und auch Bügelfibeln. Er ist "die gute Seele” der Gruppe und immer da, wo man seine Hilfe braucht. Besondere Erfahrung hat er auch im Bereich der Lager-Logistik, organisiert den termingerechten Auf-und Abbau des Lagers sowie den Transport des Equipments - eine Aufgabe, die enorm wichtig ist, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Friedmunt Sonnemann, 39 Jahre

Sein Spezialgebiet sind alte Kulturpflanzen des europäischen Raumes deren Vorkommen, Anbau und Verwendung er bei geführten Wanderungen erklärt. Darüberhinaus hält er Vorträge über Getreidesorten, besonders Einkorn und Emmer, die er auch selber auf seinem Landgut, der Königsfarm im Hunsrück, anbaut. Beim Schein des Feuers erwacht der Barde in ihm und er weiß viele, selbstvertonte Lieder vorzutragen.

Katrin Sonnemann, 40 Jahre

Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Friedmunt und ihren 2 Kindern Wanda und Alwin in der Nähe von Wederath-Belginum wo sie ihre eigene Scholle bearbeiten und ausschließlich von der Landwirtschaft und der Schafzucht leben. Vom Töpfern über Speisenbereitung am offenem Feuer bis hin zur Wollverarbeitung beherrscht sie das ganze Repertoire einer keltischen Landfrau. Die Schafschuur demonstriert sie mit der Handschere bevor sie die Wolle sortiert, wäscht und mit Pflanzenfarben einfärbt. Neben Brettchenweberei zeigt sie auch die klassischen Handarbeiten Sprang und Nadelbindung.

Sylvia Stephan, Eluissa, 39 Jahre

...trägt diesen stolzen Name als Nachfahrin des großen Magurix von Cavaillon. Als unerschrockene Frau des Vertac versteht sie sich trefflich auf das Weben, Töpfern, Filzen und Korbflechten.
Köstliche Speisen aus Kessel oder vom Spieß haben sie weit über die Grenzen der Hüttenschwelle bekannt gemacht. Und fließt der rote südgallische Wein ihre Kehle hinab entlockt sie selbiger des öfteren wohlklingenden Gesang oder die ein oder andere unglaubliche Saga.

Alex Thieme, Vertac Eburos, 34 Jahre

vertatos: (gall.),... von oben herab.....
....ist aber dennoch immer dabei wenn harte Männerarbeit an der Seite seines Weibes Eluissa geleistet werden muß (Holz hacken, Müll raustragen....), ein Lied über das Treiben der Kelten erklingen soll und hat tatsächlich entgegen landläufiger Meinung noch alle Zähne im Munde.
Leder, Holz und Knochen bearbeitet er in mannigfacher Weise und vermag tote Ziegenhäute durch gezieltes Bearbeiten mittels eines Holzschlägels zu dröhnendem Leben zu erwecken.

Heike Fuchs, Morgan Sencha, 33 Jahre

Mori gena: die Wassegeborene
... wohnt mit Mann (Socair) und Kind (Cridylla) ebenfalls im Saarland.
Morgan be- und verarbeitet Textilien und deren "Ursprungsmaterialien" wie Flachs und Wolle. Besonderen Umgang hat sie im Umgang mit der Fallspindel, aber auch Brettchenweben, Nadelbindung und Weben gehören zu ihren bevorzugten Handwerksgebieten.

Kornelius Paul (Kasi) Borngässer, Tirmagosorix, 35 Jahre

...von Beruf orthopädischer Schuhmacher übernimmt er die Herstellung von historischem Schuhwerk für unsere Epoche. Darüber hinaus beschäftigt er sich auch mit dem Handwerk des Lederers, wobei er am Abend gerne ein bis zwei Schöppchen in geselliger Runde zu sich nimmt.